Sonntag, 1. Oktober 2017

Sonntagstalk am 1. Oktober 2017

Es war etwas ruhig hier im letzten Monat, nicht wahr? Vielleicht habt Ihr es ja schon geahnt, schließlich habe ich in letzter Zeit öfter mal von der Urlaubsgardrobe gesprochen. Genau, wir waren im wohlverdienten Sommerurlaub in Sri Lanka. Es war schön - wir haben auf einer Rundreise unglaublich viel gesehen und am Ende in einem tollen Boutique-Hotel herrlich entspannt. Das kleine Land (gerade mal so groß wie Bayern!) ist unglaublich vielseitig mit lauten und dreckigen Städten, wunderschöner Landschaft und Natur, sehr freundlichen Menschen und nicht zuletzt traumhaft schönen Stränden.

Da habe ich natürlich auch die Teilchen aus meiner Urlaubsgardrobe getragen, vor allem meine kurze Hose, die ich neulich schon gezeigt habe und mein kurz vorher fertig gewordenes Top (Blogpost steht schon in den Startlöchern).



Genäht habe ich natürlich nicht, aber so ganz nähfremd war das trotzdem nicht.

Sri Lanka hat nämlich eine relativ große Textilindustrie und so waren wir auch in einer Batikfabrik. Batik kennen die meisten von uns aus der Hippie-Ära als mal mehr und mal weniger stark gefärbte Stoffe. Aber in Sri Lanka werden die Stoffe nicht einfach nur gefärbt, es werden richtige Bilder mit Wachs gezeichnet und die Stoffe immer wieder in unterschiedlichen Intensitäten gefärbt, so dass man am Ende ein wunderschönes Stoffbild erhält.

Auf dem Foto hier könnt Ihr sehen, wie eine Arbeiterin das Wachs sehr fein auf den noch weißen Stoff aufträgt:

Batikmanufaktur in Kandy/Sri Lanka

Um ein ganzes Bild fertig zu bekommen, sitzen die Arbeiterinnen Wochen dran. Das fand ich ziemlich faszinierend! Schaut mal, hier habe ich ein Video dazu gefunden.

Leider gab es in dieser Manufaktur keine Stoffe am Ballen zu kaufen, sondern nur fertige Kleidungsstücke, vor allem Saris. Ich habe mir einen Baumwollsari in einem kräftigen Rot gekauft, aus dem ich mir eine Bluse schneidern möchte.

Batikstoff aus Batikmanufaktur in Kandy/Sri Lanka

In Colombo waren wir dann noch im Pettah-Market. Eigentlich kein Markt, sondern ein ganzes Stadtviertel voller kleiner Händler, wo es quasi ALLES zu kaufen gibt. So gibt es auch eine ganze Straße voller Stoffläden, vor allem ganz kleine, vollbepackt mit Stoffen bis zur Decke. Allerdings war es an dem Tag brütend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit, dazu ein unglaubliches Gewühl und Gequirl in den Straßen, so dass das Shoppen schon sehr anstrengend war. In ein paar Lädchen habe ich gestöbert, aber ich muss auch sagen, dass das Angebot hauptsächlich aus billiger Baumwolle bestand und ein paar Ballen Viskose. So schöne Batikstoffe, wie ich mir eigentlich erhofft hatte, habe ich leider nicht gefunden. Mein Eindruck war, dass der Markt von Billigware aus China (?) überschwemmt wird und die lokale Produktion verdrängt.

In einem etwas größeren Laden habe ich dann aber noch ein sehr hübsches Stück Viskose gefunden, mit Sri Lankas Nationalblume, der Seerose, drauf. Da werde ich mir für nächsten Sommer ein hübsches Kleid draus nähen.

Stoffladen in Colombo/Sri Lanka

Viskose-Stoff mit Sri Lankas Nationalblume, der Seerose

Dann war ich diese Woche mal wieder bei den Rotznasen & Zuckerschnutzen, da ich nebenan mein Fahrrad zur Inspektion gegeben habe und eine Stunde Wartezeit rumbringen musste (ich Arme!). Der Laden entwickelt sich immer mehr zu meinem Lieblingsladen. Das Angebot ist einfach riesig und die Mitarbeiter dort sind sehr nett und immer für einen Nähplausch zu haben. Mitgenommen habe ich einen Romanitjersey in Salz und Pfefferoptik, aus dem ich mir einen Rock nähen werde, sowie noch einmal ein Stück von einem Double Gauze, den ich schon habe, aber leider zu wenig, weil ich das amerikanische Breitenmaß beim Kauf übersehen habe. Aus dem Stoff soll die Tunika Olivia von Pattydoo entstehen.

Einkauf bei Rotznasen & Zuckerschnuten

Nähpläne


Und wie geht's weiter? Nun ja, mit Sommergardrobe hat es sich jetzt wohl. Nun geht es so langsam darum, für den Herbst und Winter zu schneidern.

Bereits begonnen habe ich mit einem College-Sweater aus dem Buch "Jersey nähen". Der wird hoffentlich heute fertig. Ich verwende dafür meinen oliv-grünen Schwalben Jersey und gelbe Bündchen.

Dann werde ich mir aus dem gerade gekauften Romanit-Jersey den Rock "Frau Sinnlich" von Jojolino nähen. Den Ausschlag haben die Fotos von Steffi von Feierabendfrickeleien gegeben. Ihr steht der Rock ganz wunderbar und sowas will ich auch!

Nicht vergessen ist mein Vorsatz, mehr aus meinen Zeitschriften zu nähen. Ganz vorn dabei ist das Titelkleid der Burda 8/2017. Dafür möchte ich den Aubergine-Farbenen Modal PRANTERO von Raxn verwenden. Ich gestehe, ich habe etwas schiss - das wird wohl ein größeres Projekt.

Und dann hätte ich gern noch eine kuschelige Strickjacke. Das eBook Minna von Fadenkäfer reizt mich da sehr und ein roter Strickstoff liegt schon bereit.

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